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Verfahrensmechaniker/in - Hütten-/Halbzeugindustrie

Verfahrensmechaniker der Hütten- und Halbzeugindustrie arbeiten an Hochöfen, Walzwerken und Pressen, die Metalle schmelzen, aufbereiten und umformen.  

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Tätigkeiten als Verfahrensmechaniker

Verfahrensmechaniker der Hütten- und Halbzeugindustrie arbeiten an Hochöfen, Walzwerken und Pressen, die Metalle schmelzen, aufbereiten und umformen.

Wie entsteht eigentlich Stahl? Den entscheidenden Beitrag dazu leisten Verfahrensmechaniker und Verfahrensmechanikerinnen in der Hütten- und  Halbzeugindustrie. Sie programmieren Hochöfen, Walzwerke und Pressen, die dann aus Erz Roheisen und daraus Stahl machen.

Tätigkeiten als Verfahrensmechaniker

In ihrer Ausbildung können die Verfahrensmechaniker zwischen vier Fachrichtungen wählen: Eisen- und Stahl-Metallurgie, Stahl-Umformung, Nichteisen-Metallurgie oder Nichteisenmetall-Umformung. Je nach Spezialisierung schmelzen und veredeln die Verfahrensmechaniker dann Nichteisenmetalle wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Silber, arbeiten mit Eisen und Stahl oder überwachen die Umformung der verschiedenen Materialien. Dabei bedienen und überwachen sie hochmoderne Anlagen und behalten auch bei 1500°C stets den Überblick.

Damit die Qualität stimmt, entnehmen die Verfahrensmechaniker bereits während des Schmelzens der Metalle Proben und überprüfen die Einhaltung der vorgeschriebenen Temperaturen. Sie beurteilen und kontrollieren auch die Produktionsanlagen, um sie bei Bedarf umzurüsten oder zu verbessern.

Einsatzfelder

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie arbeiten in Hochofen- und Stahlwerken, in Kalt- und Warmwalzwerken oder in Hütten- und Umformbetrieben für Nichteisenmetalle. Dort sind sie häufig an Mess-, Leit- und Steuerständen der weitgehend automatisierten Fertigungsanlagen sowie an Betriebsanlagen für den Transport von Kohle, Erz und flüssigem Metall tätig.

Ausbildungsinhalte

In ihrer 3 ½-jährigen Ausbildung lernen Verfahrensmechaniker in ihrem Ausbildungsbetrieb:

  • Werkstoffe prüfen
  • Werkstücke bearbeiten durch Spanen, Trennen und Umformen
  • metallurgische Verfahren unterscheiden, mit denen Eisen, Stahl und Nichteisenmetalle hergestellt werden
  • pneumatische, hydraulische und elektrotechnische Bauteile montieren
  • Metalle be- und verarbeiten
  • die Grundlagen der Elektrotechnik und Mikroelektronik kennenlernen
  • Produktionsanlagen steuern
  • Störungen erkennen und beseitigen
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung umsetzen

In der Berufsschule lernen die Auszubildenden neben den berufsspezifischen Kenntnissen auch allgemeinbildende Fächer wie wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Voraussetzungen

Angehende Verfahrensmechaniker sollten für einen erfolgreichen Abschluss der Ausbildung folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • guter Haupt- oder Realschulabschluss
  • gute Noten in Mathe und Physik, Werken und Technik
  • starkes Interesse an Technik und technischen Geräten
  • handwerkliches Geschick
  • körperliche Fitness
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sorgfalt und selbstständige Arbeitsweise
  • Konzentrationsfähigkeit

Gehalt als Verfahrensmechaniker

In der Metall- und Elektro-Industrie können Verfahrensmechaniker bereits in der Ausbildung mit einem guten Verdienst rechnen. Die Höhe des Gehaltes unterscheidet sich je nach Bundesland und hängt davon ab, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Das genaue Ausbildungsgehalt wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und steigt während der Ausbildung jährlich an.

Auch Verfahrensmechaniker  mit abgeschlossener Ausbildung haben in der Metall- und Elektro-Industrie gute Gehaltsperspektiven. Ebenso wie während der Ausbildung ist das Gehalt auch beim Berufseinstieg davon abhängig, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Zu dem in der Regel höheren Gehalt kommt in diesen Unternehmen eine Leistungszulage, die je nach Tarifvertrag durchschnittlich vier bis 15 Prozent des Entgelts beträgt. Weitere tarifliche Leistungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie altersvorsorgewirksame Leistungen, ergänzen das Gehalt.

Zu guter Letzt hängt das Einstiegsgehalt von Verfahrensmechanikern aber natürlich auch von deren Erfahrung und Verantwortlichkeit ab.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Verfahrensmechaniker

Auch nach der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Weiterbildungen im Überblick

  • fachliche Anpassungsweiterbildung, z.B. in Qualitätssicherung
  • Industriemeister
  • Staatlich geprüfter Techniker
  • Studium, z.B. Bachelor in Metallurgie

Die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie bieten interne Schulungen an, die für bestimmte Bereiche spezialisieren, z.B. die Produktion, Qualitätssicherung oder die Wartung und Instandhaltung. 

Aufstiegsweiterbildungen bereiten gezielt auf die Übernahme einer Führungsposition vor. Industriemeister oder Industriemeisterinnen der Fachrichtung Metall, Gießerei oder Hüttentechnik sorgen in der Metallindustrie oder in Gießereien dafür, dass die Produktionsziele erreicht werden.

Eine Alternative zum Industriemeister ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Auch ein Studium kann nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung noch in Frage kommen. Voraussetzung hierfür ist das (Fach-)Abitur oder eine abgeschlossene Meisterweiterbildung. Mögliche Studienfächer sind Metallurgie, Materialwissenschaft oder Werkstoffwissenschaft.