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Rekord bei MINT-Lücke

30. 11. 2016 | Redaktion | Kategorien: Arbeitsmarkt | TAGs: Fachkräftemangel, MINT

Rekord bei MINT-Lücke

Den deutschen Unternehmen fehlen so viele MINT-Kräfte, wie nie. Am gefragtesten sind dabei Facharbeiter, Meister und Techniker.

Die gute Nachricht: Noch nie gab es in Deutschland so viele Akademiker mit einem Abschluss im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), wie heute. Die Erwerbstätigkeit von MINT Akademikern stieg von rund 2.366.000 Personen im Jahr 2011 auf rund 2.617.000 Personen im Jahr 2014 - und damit um rund 84.000 pro Jahr. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Herbstgutachtens zu MINT-Kräften des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Die schlechte Nachricht jedoch: Bei den beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften ist ein Rückgang der Erwerbstätigkeit feststellbar. Im Jahr 2011 waren rund 9.178.000 MINT-Fachkräfte erwerbstätig. Bis zum Jahr 2013 sank diese Zahl auf rund 9.106.000, stieg im Jahr 2014 aber immerhin wieder leicht auf 9.142.900 an. Die Lücke in den MINT-Berufen stieg damit Ende Oktober auf den Höchststand seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2011. 

Und die Engpässe wären noch größer ohne die Zuwanderung von MINT-Kräften. Insgesamt waren im Jahr 2014 rund 434.500 zugewanderte MINT-Akademiker und 1.186.500 zugewanderte beruflich qualifizierte MINT-Kräfte erwerbstätig. Ihr Anteil an allen erwerbstätigen MINT-Akademikern stieg von 2011 bis 2014 von 14,3 Prozent auf 16,6 Prozent. Insgesamt lieferten die zugewanderten MINT-Kräfte einen Wertschöpfungsbeitrag von 157 Mrd. Euro.

Rund 37 Prozent der erwerbstätigen akademischen und 60 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Zuwanderer arbeiten in der Industrie. Vor allem in der M+E-Industrie haben die MINT Akademiker sehr gute Perspektiven – 70 Prozent sind dort in Fach- und Führungspositionen tätig. Insgesamt sind im Jahr 2014 rund 94 Prozent der zugewanderten MINT-Akademiker in der MuE-Industrie unbefristet beschäftigt (zum Vergleich 84 Prozent MINT-Akademiker und 81 Prozent sonstige Akademiker in allen Branchen). Unter den beruflich qualifizierten MINT-Kräften in der M+E-Industrie sind sogar knapp 95 Prozent unbefristet beschäftigt. Rund 84 Prozent der akademisch und 53 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Kräfte erzielen in der M+E-Industrie ein monatliches Nettoeinkommen von über 2.000 Euro. Für die anderen Fachrichtungen betragen die entsprechenden Anteile in der Gesamtwirtschaft für Zuwanderer 42 Prozent (akademisch) bzw. 15 Prozent (beruflich). 

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative "MINT Zukunft schaffen". den gesamten MINT-Report können Sie hier lesen: Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall