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Corona: Schulöffnungen ab 4. Mai

15. 04. 2020 | Redaktion | Kategorien: Schule | TAGs:

Corona: Schulöffnungen ab 4. Mai

Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder haben darüber beraten, welcher Fahrplan für eine Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen gelten soll. Wann öffnen die Schulen wieder? Gibt es eine Maskenpflicht? Hier haben wir die Ergebnisse für Sie zusammengefasst.

Schrittweise Öffnung der Schulen ab dem 4. Mai

Der Schulbetrieb in Deutschland soll ab dem 4. Mai schrittweise wieder aufgenommen werden. Beginnen soll die Öffnung mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich. 

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) soll bis zum 29. April ein Konzept ausarbeiten, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann. Dies betrifft nicht nur den Unterricht, sondern auch das Pausengeschehen und den Schulbusbetrieb. Die Schulträger seien aufgerufen, die hygienischen Voraussetzungen vor Ort zu schaffen und dauerhaft sicherzustellen.

Mehrere Vertreter von Bund und Ländern hatten vor der Konferenz ein abgestimmtes Vorgehen bei der Öffnung von Kitas und Schulen gefordert. Der Deutsche Lehrerverband hatte betont, die Schulen bräuchten einen langen Vorlauf.

Für die einzelnen Bundesländer gäbe es einen gewissen Spielraum, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). So will Bayern die Schulen laut Söder schrittweise ab dem 11. Mai wieder öffnen, zunächst in den Abschlussklassen. Kitas und Grundschulen blieben bis auf die 4. Klassen vorerst geschlossen. Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen wollen allerdings schon am 27. April die ersten Klassen wieder beschulen, Nordrhein Westfalen sogar schon nächste Woche.

Weitere Änderungen im Überblick

  • Kontaktbeschränkungen

Die bereits seit mehreren Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen werden bis zum 3. Mai verlängert. Es gilt weiterhin eine Abstandsvorschrift von 1,5 Metern. Im Freien ist es nur erlaubt, sich mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, zu bewegen oder gemeinsam mit den Angehörigen des eigenen Haushalts, also etwa einer in einem Haus wohnenden Familie.

  • Maskenpflicht

Es gibt keine generelle Maskenpflicht, aber die dringende Empfehlung zum Tragen von Masken in Bus und Bahn sowie in Geschäften. 

  • Smartphone-App

Der Gebrauch einer Smartphone-App zur Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten basiert auf Freiwilligkeit.

  • Einzelhandel

Bereits ab Montag sollen Geschäfte bis 800 qm wieder öffnen können. Dabei gelten jedoch strenge Hygiene-Auflagen. Auf den Straßen dürften sich außerdem keine langen Schlangen bilden, sagte Merkel. Autohäuser, Fahrradhändler und Buchhandlungen können unabhängig von ihrer Größe wieder öffnen.

  • Unternehmen

Firmen und Betriebe sind weiterhin angehalten, wenn es möglich ist, auf Home-Office zu setzen. Bei laufendem Betrieb soll ein Hygienekonzept umgesetzt werden. Dazu zählt es, nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden zu vermeiden, allgemeine Hygienemaßnahmen umzusetzen und die Infektionsrisiken bei erforderlichen Kontakten durch besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu minimieren.

  • Friseure

Friseure sollen ihre Arbeit unter strengen Auflagen ab dem 4. Mai wieder aufnehmen dürfen.

  • Gastronomie

Gastronomiebetriebe sollen vorerst weiter geschlossen bleiben. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

  • Großveranstaltungen

Großveranstaltungen wie Fußballspiele, größere Konzerte oder Kirmes-Veranstaltungen bleiben bis zum 31. August 2020 verboten. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.  

  • Gottesdienste

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften vorerst weiterhin nicht stattfinden sollen. 

  • Reisen

Die Bundesregierung ruft die Bürger dazu auf, weiterhin auf private Reisen zu verzichten. Dazu zählen auch Besuche von Verwandten oder Tagesausflüge. Übernachtungen innerhalb Deutschlands sind nach wie vor nur zu notwendigen Zwecken erlaubt, nicht wenn es Urlaubsaufenthalte sind. Zudem gilt weiterhin die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Weiteres Vorgehen

Bund und Länder wollen im 14-Tages-Rhythmus über die weiteren Schritte in der Corona-Krise beraten - der nächste Termin ist für den 30. April angesetzt.