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Corona-Krise: Deutliche Auswirkungen auf MINT-Arbeitsmarkt

22. 06. 2020 | Redaktion | Kategorien: Arbeitsmarkt | TAGs: Fachkräftemangel, MINT, IT-Berufe

Corona-Krise: Deutliche Auswirkungen auf MINT-Arbeitsmarkt
© think ING.

Der MINT-Frühjahrsreport 2020 zeigt: Der durch das Coronavirus ausgelöste Wirtschaftseinbruch und der damit verbundene Rückgang offener Stellen machen sich auch im MINT-Bereich bemerkbar. 

Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Lücke von Fachkräften in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik im April 2020 um 51 Prozent auf 152.600 fehlende Fachkräfte. Der Bedarf an IT-Fachkräften ist jedoch weiter ungebrochen und wird durch die Corona-Krise sogar noch verschärft.

Viele Industrieunternehmen mussten infolge der Corona-Krise ihre Produktion über Wochen unterbrechen. Insbesondere im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau und in der Metallverarbeitung gab es einen deutlichen Rückgang offener Stellen. 

Quelle: iwd

Quelle: iwd

Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich mit den gestiegenen Digitalisierungsanforderungen in der Corona-Krise bei den IT-Fachkräften. Hier bleibt die Lücke mit 39.700 fehlenden Fachkräften im April 2020 weiterhin groß und liegt sogar um vier Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Die Corona-Krise verschärft den Fachkräftemangel hier also noch deutlich. 

„Unternehmen digitalisieren ihre Geschäftsmodelle, um das Kerngeschäft zu sichern und die Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Unternehmensbefragungen zeigen bereits unmittelbar vor der Coronakrise, dass die Verfügbarkeit von Fachkräften dabei das zentrale Hemmnis für die Implementierung digitaler Geschäftsmodelle darstellt.“, so Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Laut Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, stehen die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie vor immensen Herausforderungen durch Digitalisierung und Strukturwandel, die nun durch den tiefen konjunkturellen Einbruch infolge der Coronakrise erheblich verschärft werden. "Gleichzeitig ist die Sicherung des MINT-Nachwuchses für die Industrie besonders wichtig, denn mehr als die Hälfte aller M+E-Beschäftigten sind MINT-Fachkräfte und rund 38 Prozent aller MINT-Beschäftigten arbeiten in der M+E-Industrie. Nur über Qualifikation und Innovation können die Weichen für nachhaltiges Wachstum in der Zukunft gestellt werden.", so Stahl.

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative "MINT Zukunft schaffen"

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