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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf MINT-Regionen

18. 02. 2021 | Celina Schilling | Kategorien: Bildung | TAGs:

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf MINT-Regionen

Auch die sogenannten MINT-Regionen bleiben nicht von der Corona-Pandemie verschont. Ihr Einfluss auf die Netzwerkarbeit wurde im vergangenen Jahr in zwei Umfragen erhoben.

MINT-Regionen sind regionale Netzwerke zur Stärkung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung. In ihnen arbeiten wichtige Akteure – von Kindergärten über Schulen und Hochschulen bis zu Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Verwaltungen – eng zusammen und stimmen ihre Angebote aufeinander ab. Unterstützt werden die Netzwerke von der Körber-Stiftung, deren Ziel es ist, dem immer weiter voranschreitenden Fachkräftemangel und dem sinkenden Interesse von Jugendlichen an MINT entgegenzuwirken.

Um einen Einblick in die aktuelle Lage und das Stimmungsbild der MINT-Netzwerke zu geben, hat die Körber-Stiftung gemeinsam mit den Landesnetzwerken in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ in Baden-Württemberg und dem Nationalen MINT Forum e.V. während der Corona-Pandemie zwei Umfragen durchgeführt.

 

Umfrage im Mai 2020: MINT-Netzwerke erweisen sich als krisenfest

An der ersten Umfrage im Mai 2020 nahmen 93 der 130 MINT-Regionen teil. Zum Zeitpunkt der Durchführung der Umfrage galten noch die strengen Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ergebnisse der ersten Studie zeigen, dass die MINT-Netzwerke sich zu diesem Zeitpunkt als weitgehend krisenfest erwiesen haben. Netzwerkarbeiten wurden überwiegend in den virtuellen Raum verlegt und auch Angebote für Schülerinnen und Schüler wurden zum Beispiel in Form von Webinaren oder Online-Kursen abgehalten.

Die größte Schwierigkeit bestand darin, den Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen. Hierfür wurde verstärkt Social Media genutzt. Die Stimmung in Hinblick auf die Zukunft war in der ersten Umfrage sehr zwiegespalten. Viele Netzwerker/innen hielten es für möglich, dass die Corona-Pandemie sehr negative Folgen für die MINT-Regionen haben würde. Andererseits schauten auch viele optimistisch in die Zukunft und erwarteten nur geringe strukturelle Folgen.


Umfrage im September 2020: Corona als Chance für Digitalisierungsschub

Die zweite Umfrage wurde im September 2020, vor dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen und dem zweiten Lockdown, durchgeführt. Diesmal wurden zusätzlich zu den MINT-Regionen auch einzelne MINT-Akteure und Akteurinnen befragt. Teil nahmen 63 der 130 Netzwerke.

Entgegen der Erwartungen zeigen sich die Regionen, die an der Umfrage teilgenommen haben, zum Zeitpunkt der zweiten Umfrage weiterhin optimistisch. So stellt sich die Krise hier auch als eine Chance in Form eines Digitalisierungsschubs dar. Viele Akteurinnen und Akteure bieten seit den ersten Corona-Maßnahmen immer mehr digitale Angebote für Kinder und Jugendliche an.


Wie geht es weiter?

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die MINT-Regionen weiterhin beurteilen zu können, ist eine weitere Umfrage für das Frühjahr 2021 geplant. Frau Dr. Kowitz-Harms, Leiterin des Programmbereichs MINT-Regionen bei der Körber-Stiftung, leitet aus beiden Umfragen folgendes Fazit ab:

„Strukturförderung schlägt Projektfinanzierung. Wir brauchen Strukturen, Netzwerke, Synergien und Kooperationen, grade jetzt wo die Situation schwieriger wird. Wir brauchen die Kompetenzen im Bereich von Digitalisierung und Online Zusammenarbeit und wir brauchen ganz, ganz dringend von politischer Seite den Rückhalt, dass MINT eben kein Luxusproblem ist, sondern dass wir diese aufgebauten Strukturen in der Krise benötigen und weiter ausbauen müssen. Wir sind fest davon überzeugt, dass unser Weg, der richtige ist, benötigen aber jetzt dringend politische Unterstützung.“