Metallberufe

Kraftfahrzeugmechatroniker/in

Kraftfahrzeugmechatroniker sind die Profis für alle Kraftfahrzeuge. Zu ihren Aufgaben zählen der Bau, die Wartung und Reparatur von Pkws, Lkws und Spezialfahrzeugen. Oberste Ausbildungsvoraussetzung ist handwerkliches Geschick.

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Tätigkeiten von Kfz-Mechatronikern

Kraftfahrzeugmechatroniker sind die Profis für alle Kraftfahrzeuge. Zu ihren Aufgaben zählen der Bau, die Wartung und Reparatur von Pkws, Lkws und Spezialfahrzeugen.

Zur Ausstattung eines Fahrzeuges gehören heute eine Reihe mechatronischer Systeme – vom Anti-Blockier-System bis hin zum Airbag oder Bordcomputer. Kraftfahrzeugmechatroniker und -mechatronikerinnen sind Experten für diese Systeme. Sie sorgen für ein perfektes Zusammenspiel von mechanischen, elektronischen und informationstechnischen Elementen - kurz: Mechatronik!

Tätigkeiten eines Kfz-Mechatronikers

Verschiedene Schwerpunkte

In der Ausbildung können Kraftfahrzeugmechatroniker zwischen den Schwerpunkten Personenkraftwagen-, Nutzfahrzeug-, Motorrad-, Karosserietechnik oder System- und Hochvolttechnik wählen. In der Fertigungsstraße eines Automobilunternehmens sorgen sie zum Beispiel dafür, dass aus rund 15.000 Einzelteilen ein funktionsfähiger PKW entsteht.

Auch die Funktionsprüfung und Qualitätskontrolle, die am Ende des Montagevorgangs stattfindet, gehört zum Arbeitsgebiet eines Kraftfahrzeugmechatronikers. Mit speziellen Mess- und Prüfgeräten werden die elektronischen Systeme eingestellt, alle Schmier- und Betriebsstoffe eingefüllt und bei der Endkontrolle in einem Prüfprotokoll der einwandfreie Funktionszustand festgehalten. Erst wenn das Fahrzeug die Qualitätskontrolle passiert hat, verlässt es das Band im Werk und geht zum Händler.

Mögliches Verantwortungsgebiet eines Kraftfahrzeugmechatronikers ist auch die Reparatur und Instandsetzung von Fahrzeugen in einer Werkstatt. Bei Wartungsarbeiten werden typische Störgeräusche und Fehlerquellen beachtet, aber auch bestimmte Funktionen mithilfe von Testgeräten, wie Motortestern, Fehlersuchprogrammen oder dem Bordcomputer überprüft. Auch die Kommunikation mit Kunden zählt zu den Aufgaben von Kraftfahrzeugmechatronikern.

Einsatzfelder

Beschäftigungsmöglichkeiten für Kraftfahrzeugmechatroniker gibt es vor allem in Betrieben von Fahrzeugherstellern und in Servicebetrieben. Sie sind aber auch bei privaten und öffentlichen Betrieben mit eigenem Fuhrpark tätig, zum Beispiel bei Speditionen, Omnibusunternehmen, Unternehmen des Postwesens, großen Bauunternehmen oder bei öffentlichen Verkehrsbetrieben und Automobilclubs.

Ausbildungsinhalte

In ihrer 3 ½-jährigen Ausbildung können die angehenden Kraftfahrzeugmechatroniker zwischen diesen fünf Schwerpunkten wählen:

  • Karosserietechnik
  • System- und Hochvolttechnik
  • Motorradtechnik
  • Nutzfahrzeugtechnik
  • Personenkraftwagentechnik

Je nach Schwerpunkt lernen sie in ihrer Ausbildung:

  • Fahrzeuge und Systeme warten und pflegen
  • fahrzeugtechnische Baugruppen oder System montieren, demontieren und instand setzen
  • elektrische und elektronische Systeme prüfen und instand setzen
  • Steuerungs- und Regelungssysteme prüfen und instand setzen
  • Energieversorgungs- und Startsysteme prüfen und instand setzen
  • Motormechanik prüfen und instand setzen
  • Motormanagementsysteme diagnostizieren und instand setzen
  • Service- und Instandsetzungsarbeiten an Abgassystemen durchführen

In der Berufsschule werden weitere Kenntnisse in berufsspezifischen Lernfeldern vermittelt, ebenso allgemeinbildende Fächer wie Deutsch oder Wirtschaftskunde.

Ausbildungsvoraussetzungen

Um die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker erfolgreich abzuschließen, sollten die angehenden Azubis diese Voraussetzungen erfüllen:

  • guter Haupt- oder Realschulabschluss
  • gute Noten in Mathe, Physik, Werken und Technik
  • handwerkliches Geschick
  • Interesse für Technik und mechatronische Systeme
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • sicherer Umgang mit Daten und Zahlen

Gehalt als Kraftfahrzeugmechatroniker

In der Metall- und Elektro-Industrie können Kraftfahrzeugmechatroniker bereits in der Ausbildung mit einem guten Verdienst rechnen. Die Höhe des Gehaltes unterscheidet sich je nach Bundesland und hängt davon ab, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Das genaue Ausbildungsgehalt wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und steigt während der Ausbildung jährlich an.

Auch Kraftfahrzeugmechatroniker mit abgeschlossener Ausbildung haben in der Metall- und Elektro-Industrie gute Gehaltsperspektiven. Ebenso wie während der Ausbildung ist das Gehalt auch beim Berufseinstieg davon abhängig, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Zu dem in der Regel höheren Gehalt kommt in diesen Unternehmen eine Leistungszulage, die je nach Tarifvertrag durchschnittlich vier bis 15 Prozent des Entgelts beträgt. Weitere tarifliche Leistungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie altersvorsorgewirksame Leistungen, ergänzen das Gehalt.

Zu guter Letzt hängt das Einstiegsgehalt von Kraftfahrzeugmechatronikern aber natürlich auch von deren Erfahrung und Verantwortlichkeit ab.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Kraftfahrzeugmechatroniker

Wer langfristig beruflich erfolgreich sein möchte, muss auch als Kraftfahrzeugmechatroniker sein berufliches Wissen auf dem aktuellsten Stand halten.

Weiterbildungen im Überblick

  • fachliche Anpassungsweiterbildungen, z.B. in Korrosionsschutz
  • Karosserie- und Fahrzeugbauermeister
  • Techniker der Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik
  • Studium, z.B. in Mechatronik

Eine Möglichkeit, sich fortzubilden, sind Anpassungsweiterbildungen, die vorhandenes Wissen und Können vertiefen und erweitern. Zum Beispiel in den Bereichen Kraftfahrzeugtechnik und -instandhaltung, Mechatronik, Korrosionsschutz.

Wer hingegen eine Führungsposition anstrebt, sollte eine Weiterbildung und anschließende Prüfung als Karosserie- und Fahrzeugbauermeister oder eine Weiterbildung als Techniker der Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik in Betracht ziehen. Weitere Perspektiven eröffnet ein Studium, z.B. mit einem Bachelorabschluss im Studienfach Fahrzeugtechnik oder Mechatronik. Unter bestimmten Voraussetzungen (Meistertitel) ist dies auch ohne (Fach-)Abitur möglich.