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Industrieelektriker/in

Ohne Strom läuft in der Industrie gar nichts! Industrieelektriker kümmern sich in Produktionsbetrieben um Elektroinstallationen aller Art. Die 2-jährige Ausbildung richtet sich an praktisch begabte Jugendliche.

Ausbildungsdauer

2 Jahre

Tätigkeiten von Industrieelektrikern

Industrieelektriker kümmern sich in Produktionsbetrieben um Elektroinstallationen aller Art. In ihrer Ausbildung können sie zwischen den Fachrichtungen „Geräte und Systeme“ und „Betriebstechnik“ wählen.

Industrieelektriker sind Experten für Elektroinstallationen jeglicher Art. Sie verlegen Anschlüsse oder Leitungen und montieren Geräte oder ganze Anlagen in Unternehmen. In ihrer Ausbildung können Industrieelektriker zwischen den Fachrichtungen Betriebstechnik oder Geräte und Systeme wählen.

Tätigkeiten eines Industrieelektrikers

Industrieelektriker der Fachrichtung Betriebstechnik montieren Systeme zur Stromgewinnung und -verteilung in Industrieunternehmen und sorgen für die Betriebssicherheit der Produktionsanlagen. Sie installieren und verlegen Leitungen, verdrahten Maschinen und Anlagen, bedienen, warten und rüsten sie um, bauen Schaltschränke und bestücken Leiterplatten. Das Überwachen und Durchführen von Messungen und Prüfungen der elektrischen Anlagen gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Einweisung der Nutzer in die Bedienung der Anlagen.

Industrieelektriker der Fachrichtung Geräte und Systeme fertigen elektronische Geräte und Systeme, wie Überwachungssysteme, Alarmanlagen oder Entlüftungssysteme.  Sie organisieren die Fertigungsabläufe und achten darauf, dass alles störungsfrei funktioniert. Auch die Einweisung der Benutzer in die Handhabung der Geräte zählt zu ihren Aufgaben.

Einsatzfelder

Industrieelektriker der Fachrichtung Geräte und Systeme arbeiten in Betrieben der Elektroindustrie, der Informationstechnik und der Kommunikationstechnik. Industrieelektriker der Fachrichtung Betriebstechnik arbeiten sie in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, der Automobilindustrie, im Anlagenbau oder in Energieversorgungsunternehmen.

Ausbildungsinhalte

Die zweijährigen Ausbildungsberufe der Metall- und Elektro-Industrie bieten praktisch Begabten die Möglichkeit eines qualifizierten und anerkannten Berufsabschlusses. In ihrer zweijährigen Ausbildung lernen Industrieelektriker in beiden Fachrichtungen in ihrem Ausbildungsunternehmen:

  • Bauteile und Baugruppen montieren und demontieren
  • elektrische Größen messen, bewerten und berechnen
  • Aufträge analysieren
  • die störungsfreie Arbeit von Anlagen und Systemen sichern und zur ständigen Verbesserung der Arbeitsabläufe beitragen
  • Normen, Vorschriften und Regeln zur Sicherung der Produktqualität anwenden

Darüber hinaus variieren die Ausbildungsschwerpunkte je nach Fachrichtung. In der Fachrichtung Betriebstechnik lernen Auszubildende:

  • betriebstechnische Anlagen ändern und erweitern
  • Schaltgeräte verdrahten und zusammenbauen
  • Anlagen überwachen und Störungen analysieren
  • Nutzer in die Bedienung der Anlagen einweisen

In der Fachrichtung Geräte und Systeme lernen Auszubildende:

  • elektronische Geräte und Systeme herstellen
  • elektrische Systeme analysieren und ihre Funktion prüfen
  • Betriebssysteme und Programme installieren und konfigurieren
  • Qualität der Produkte sichern
In der Berufsschule werden neben den berufsspezifischen Kenntnissen Inhalte allgemeinbildender Fächern wie Deutsch und Sozialkunde vermittelt.

Ausbildungsvoraussetzungen

Wer die zweijährige Ausbildung zum Industrieelektriker erfolgreich abschließen möchte, sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • guter Haupt- oder Realschulabschluss
  • gute Noten in Mathe, Physik, Informatik, Werken/Technik
  • Interesse an elektronischen Geräten, Maschinen und Anlagen und technisches Verständnis
  • handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • Teamfähigkeit

Gehalt als Industrieelektriker

In der Metall- und Elektro-Industrie können Industrieelektriker bereits in der Ausbildung mit einem guten Verdienst rechnen. Die Höhe des Gehaltes unterscheidet sich je nach Bundesland und hängt davon ab, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Das genaue Ausbildungsgehalt wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und steigt während der Ausbildung jährlich an.

Auch Industrieelektriker mit abgeschlossener Ausbildung haben in der Metall- und Elektro-Industrie gute Gehaltsperspektiven. Ebenso wie während der Ausbildung ist das Gehalt auch beim Berufseinstieg davon abhängig, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Zu dem in der Regel höheren Gehalt kommt in diesen Unternehmen eine Leistungszulage, die je nach Tarifvertrag durchschnittlich vier bis 15 Prozent des Entgelts beträgt. Weitere tarifliche Leistungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie altersvorsorgewirksame Leistungen, ergänzen das Gehalt.

Zu guter Letzt hängt das Einstiegsgehalt von Industrieelektrikern aber natürlich auch von deren Erfahrung und Verantwortlichkeit ab.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Industrieelektriker

Wer während der Ausbildung zum Industrieelektriker feststellt, dass ihm das Lernen in der Berufsschule liegt, kann die Ausbildung in Absprache mit dem Ausbildungsunternehmen um ein Jahr „verlängern“ und die Prüfung in einem dreijährigen Ausbildungsberuf ablegen. Zum Beispiel im Beruf „Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme“ oder in anderen Elektroberufen.

Eine weitere Möglichkeit, sich auch nach der Ausbildung noch weiterzubilden, sind Kurse oder Seminare, mit denen das berufliche Wissen aufgefrischt wird. Zum Beispiel in den Bereichen Elektrotechnik, Beleuchtungstechnik oder Mechatronik.

Auch eine Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Elektrotechnik kommt in Frage. Absolventen können nach der Weiterbildung Fach- und Führungsaufgaben in der Planung und Fertigung von Betrieben der Elektro-Industrie übernehmen.