In den industriellen Metall- und Elektroberufen, den Kernberufen der Branche, sowie den technischen IT-Berufen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zwischen 1993 und 2009 von 49.700 auf 67.300 gestiegen (im Rekordjahr 2008 betrug die Zahl der Verträge sogar 79.900).
2009 konnten etwa 5 Prozent der Ausbildungsplätze in den M+E-Berufen jedoch nicht besetzt werden, weil geeignete Bewerber fehlten. Das hat zwei Gründe:
-
Bundesweit und über alle Berufe gerechnet ist die Zahl der Ausbildungsbewerber 2009 um 14 Prozent zurückgegangen. Hintergrund: Die Zahl der Schulabsolventen ist um etwa 4 Prozent gesunken – im Osten mit 26 Prozent noch viel dramatischer als im Westen.
-
Nicht alle Bewerber sind auch geeignet. Noch immer gilt etwa ein Fünftel eines Jahrgangs als nicht ausbildungsreif. Hier bieten die M+E-Unternehmen mit der Ausbildung in kompakten, 2-jährigen Berufen eine Alternative an.

Anzahl der Ausbildungsverträge 2009
Der Löwenanteil der neuen Ausbildungsverhältnisse entfiel in 2009 auf die
Metallberufe. In diesem Bereich haben die Unternehmen 46.000 neue Verträge abgeschlossen. In den Elektroberufen und den technischen IT-Berufen waren es jeweils rund 10.500 Neuverträge. Unter den 46.000 Neuverträgen der Metallberufe waren auch 2.700 Verträge für den zweijährigen Ausbildungsberuf des Maschinen- und Anlagenführers, der im Jahr 2004 neu geschaffen wurde und damals mit
rund 600 Ausbildungsverträgen gestartet war. Dieser Erfolg zeigt, dass noch mehr Jugendlichen der Einstieg ins Berufsleben ermöglicht werden könnte, wenn Betriebe und Bewerber das breite Angebot an Ausbildungsberufen nutzen.
Weiterentwicklung der Dualen Berufsausbildung
Die raschen Veränderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen für die
Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie machen es notwendig, auch über
eine Weiterentwicklung der Berufsausbildung zu diskutieren.
Die M+E-Industrie als international aufgestellte Branche und als Innovationslieferant für die gesamte Wirtschaft hat ihre eigenen Anforderungen an die Ausbildung, die sich nicht in jedem Fall mit denen anderer Bereiche der Wirtschaft – und mit den bislang diskutierten Ansätzen zur Weiterentwicklung der Ausbildung – decken.
Welche Anforderungen die M+E-Unternehmen im Einzelnen an eine moderne Berufsausbildung stellen, haben die Experten des Instituts der deutschen
Wirtschaft Köln in einer repräsentativen Umfrage erhoben.
Zusammenfassung der Ergebnisse:

Mehr Flexibilität für Betriebe
Die ausbildenden M+E-Unternehmen zeigen sich mit großer Mehrheit zufrieden mit der Ausbildung in den neu geordneten industriellen Metall- und Elektroberufen. Bewährte Eckpfeiler sollen auch künftig die
Qualität der Dualen Ausbildung sichern: Das Berufsprinzip ist zu erhalten, eine generelle Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre wird abgelehnt, der Umfang des Berufsschulunterrichts soll erhalten bleiben und es soll weiterhin eine Abschlussprüfung geben.
Innerhalb dieses Rahmens und auf Basis der positiv bewerteten Neuordnung sehen die Unternehmen aber gleichwohl Ansatzpunkte und Möglichkeiten zu einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Ausbildung in der M+E-Industrie
hin zu
mehr inhaltlicher und zeitlicher Flexibilität:
-
Die M+E-Ausbildung muss für schulleistungsschwache und praxisbegabte Jugendliche attraktiver werden.
-
Gleichzeitig muss die duale Ausbildung auch für leistungsstarke Jugendliche attraktiv bleiben.
Um beiden Gruppen gerecht zu werden, wünschen sich M+E-Unternehmen
eine stärkere Differenzierung nach Leistungsfähigkeit. Sie wollen die Ausbildung
flexibler an die Fähigkeiten der Auszubildenden anpassen durch
-
modulare Konzepte in der Berufsausbildung – allerdings unter Beibehaltung des Berufsprinzip und der betrieblichen Einsatzfelder;
-
Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Bausteinen;
-
Organisation der Ausbildung in zwei Phasen – mit einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss nach der ersten Phase.
-
eine stärkere Beteiligung an den Prüfungen.

Duchlässigkeit & Flexibilität gefragt

Lernen nach Leistungskraft
Qualifizierung und Weiterbildung
Die berufliche Qualifizierung der Mitarbeiter ist ein Kernanliegen für die Unternehmen der M+E-Industrie. Die Unternehmen bauen auf ihre hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeiter. Aus- und Weiterbildung lassen den Anteil der Fachkräfte an allen Beschäftigten seit langem kontinuierlich steigen: Heute sind rund 75 Prozent der Beschäftigten Facharbeiter und Akademiker.

M+E-Beschäftigte nach Qualifikationen
Die berufliche Weiterbildung ist zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der M+E-Unternehmen unerlässlich. Ohne die ständige Weiterbildung der Mitarbeiter wäre der Erfolg der Unternehmen auf den internationalen Märkten in den vergangenen Jahren nicht vorstellbar gewesen. Deshalb investierten sie 2007 (aktuellste Daten) pro Mitarbeiter und Jahr im Durchschnitt etwa 1.070 Euro in die Weiterbildung. Insgesamt wendete die M+E-Industrie 2007 also rund 3,7 Mrd. Euro für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auf.